Fünf Gebote der Praxisfinanzierung für Zahnärzte
Erfolgreiche Praxisgründung: Finanzielle Stolpersteine vermeidenMarzena SickingDer Schritt in die Selbstständigkeit als Zahnarzt erfordert nicht nur medizinisches Können, sondern auch unternehmerisches Geschick. Eine solide Praxisfinanzierung bildet das Fundament für Ihren Erfolg. Hier sind die fünf essenziellen Gebote, um finanzielle Fallstricke zu umgehen und Ihre Praxis auf stabile Beine zu stellen.
1. Vermeiden Sie überdimensionierte Investitionen
Ein häufiger Fehler ist, direkt zu Beginn über die Stränge zu schlagen, sei es durch luxuriöse Praxiseinrichtungen oder teure Geräte, die sich wirtschaftlich noch nicht rentieren. Eine großzügige Investition mag den Eindruck eines erfolgreichen Starts vermitteln, belastet jedoch die Liquidität und erhöht das Risiko, in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.
Stattdessen sollten Sie schrittweise investieren, angepasst an die Bedürfnisse Ihrer Praxis und das erwartete Patientenaufkommen. Setzen Sie Prioritäten: Welche Anschaffungen sind für einen effizienten und professionellen Betrieb zwingend notwendig? Planen Sie zukünftige Erweiterungen strategisch, um langfristig von Ihrer Praxis zu profitieren.
2. Prüfen Sie den Praxiswert kritisch
Ob Übernahme oder Neugründung – eine realistische Einschätzung des Praxiswerts ist entscheidend. Überhöhte Kaufpreise können nicht nur die Finanzierung belasten, sondern auch Ihre wirtschaftlichen Ziele gefährden. Eine unabhängige Bewertung durch Experten schützt Sie vor teuren Fehlentscheidungen.
Achten Sie auch darauf, die Zukunftsfähigkeit der Praxis zu berücksichtigen. Wie ist die Patientenstruktur? Welche Wettbewerbssituation herrscht vor Ort? Diese Faktoren beeinflussen maßgeblich, ob sich der Kaufpreis auf Dauer amortisiert und ob die Praxis nachhaltig erfolgreich betrieben werden kann.
3. Sichern Sie sich unabhängige Finanzierungsberatung
Viele Praxis-Gründer und -Gründerinnen verlassen sich bei der Finanzierung auf ihre Hausbank oder den Steuerberater. Doch diese bieten oft nur begrenzte Einblicke in alternative Finanzierungsmodelle. Eine unabhängige bzw. breiter aufgestellte Finanzberatung, am besten von einem Experten, der auf Heilberufe spezialisiert ist, kann Ihnen Zugang zu besseren Konditionen und individuelleren Lösungen verschaffen.
Vergleichen Sie verschiedene Finanzierungsangebote und prüfen Sie deren langfristige Auswirkungen auf Ihre Liquidität. Denken Sie auch an Förderprogramme oder günstige Kredite, die speziell für Heilberufler angeboten werden – ein Experte hilft Ihnen, diese Möglichkeiten optimal zu nutzen.
4. Begrenzen Sie private Entnahmen
Es ist verlockend, schon in der Anfangsphase der Praxisgründung von hohen privaten Entnahmen zu träumen. Doch gerade in dieser Phase sind die finanziellen Ressourcen begrenzt, und jede Entnahme kann die Liquidität Ihrer Praxis gefährden. Planen Sie Ihr privates Einkommen realistisch und konservativ.
Konzentrieren Sie sich zunächst darauf, Ihre Praxis stabil aufzubauen und Rücklagen zu bilden. Sobald die Einnahmen verlässlich sind, können Sie Ihr Gehalt schrittweise erhöhen. Dieser Ansatz sichert die wirtschaftliche Stabilität Ihrer Praxis und bewahrt Sie vor unnötigen finanziellen Engpässen.
5. Implementieren Sie ein effektives Kostenmanagement
Ein durchdachtes Kostenmanagement ist essenziell, um Ihre Ausgaben im Griff zu behalten. Überwachen Sie regelmäßig alle laufenden Kosten und identifizieren Sie Einsparpotenziale, ohne die Qualität Ihrer Leistungen zu beeinträchtigen.
Nutzen Sie moderne Tools und Software für das Praxiscontrolling. Diese erleichtern es Ihnen, Trends frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Ein gut organisiertes Kostenmanagement hilft Ihnen, die Wirtschaftlichkeit Ihrer Praxis langfristig zu sichern und finanzielle Risiken zu minimieren.