Zahnärzte: Die Übernahme einer Einzelpraxis ist am teuersten
Marzena SickingDas Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) analysiert seit 1984 gemeinsam mit der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) das Investitionsverhalten von Zahnärztinnen und Zahnärzten. Die jährliche Existenzgründungsanalyse liefert wertvolle Einblicke in Kostenstrukturen und Niederlassungstrends.
Einzelpraxis bleibt die häufigste Existenzgründungsform
Die Übernahme einer Einzelpraxis war im Jahr 2016 die häufigste Form der zahnärztlichen Existenzgründung. 63 % der Zahnärzte entschieden sich für diesen Weg in die Selbstständigkeit. Das Durchschnittsalter der Gründer lag dabei bei knapp 36 Jahren, wobei zwei Drittel zwischen 30 und 39 Jahre alt waren.
Kostenentwicklung bei der Niederlassung
Im Jahr 2016 betrug das Finanzierungsvolumen für die Neugründung einer Einzelpraxis 528.000 Euro, was einem Anstieg von 9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Übernahme einer Einzelpraxis erforderte durchschnittlich 342.000 Euro, etwa 5 % mehr als im Vorjahr. Dieser Anstieg ist vor allem auf gestiegene Kosten für Modernisierungen, Umbauten und medizinisch-technische Geräte zurückzuführen.
Berufsausübungsgemeinschaften im Vergleich
30 % der Existenzgründer entschieden sich für eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG), wobei der Anteil bei den unter 30-Jährigen mit 35 % höher lag. Die Neugründung einer BAG erforderte im Durchschnitt 339.000 Euro, während die Übernahme einer bestehenden BAG mit durchschnittlich 318.000 Euro zu Buche schlug.
Fachrichtungen: Deutliche Unterschiede bei Investitionskosten
Fachpraxen für Kieferorthopädie wiesen ein um 35 % höheres Finanzierungsvolumen auf als allgemeinzahnärztliche Praxen. Bei oralchirurgischen und mund-, kiefer- und gesichtschirurgischen Praxen lag das Finanzierungsvolumen sogar um 65 % höher.
Regionale Preisunterschiede bei Praxisübernahmen
Regionale Unterschiede zeigten, dass im Westen Deutschlands die höchsten Kaufpreise für Praxisübernahmen gezahlt wurden, während im Osten die Preise am niedrigsten waren. Auffällig ist auch, dass jüngere Existenzgründer unter 30 Jahren zusätzlich zum Übernahmepreis durchschnittlich 151.000 Euro investierten, während Gründer zwischen 45 und 49 Jahren nur 65.000 Euro zusätzlich aufwendeten.
Insgesamt verdeutlichen diese Zahlen, dass die Investitionsbereitschaft bei zahnärztlichen Existenzgründungen im Jahr 2016 gestiegen ist, insbesondere bei Neugründungen von Einzelpraxen.
Quelle:IDZ, apoBank