Wirtschaftsnachrichten für Zahnärzte | DENTAL & WIRTSCHAFT
Zahnmedizin
Inhaltsverzeichnis

1. Zahnschmelz ist härter als Stahl

Er ist das härteste Material im menschlichen Körper. Härter als Knochen, widerstandsfähiger als Stahl – und dennoch nicht unverwüstlich. Säurehaltige Speisen, Kariesbakterien und jahrelange Abnutzung setzen ihm zu. Einmal zerstört, kann Zahnschmelz sich nicht regenerieren.

2. Mundgesundheit kann das Herz beeinflussen

Zähne und Herz – was haben die miteinander zu tun? Mehr, als man denkt. Studien zeigen, dass Menschen mit Zahnfleischentzündungen ein höheres Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle haben. Die Bakterien aus dem Mundraum können über die Blutbahn in den Körper gelangen und dort Entzündungsreaktionen auslösen.

3. Stress kann zur Selbstzerstörung der Zähne führen

Wer mit den Zähnen knirscht, spürt es oft erst, wenn es zu spät ist. Jahrelanges Pressen und Mahlen – meist unbewusst im Schlaf – kann den Zahnschmelz abschleifen, Risse verursachen oder sogar zu Zahnverlust führen. Ein klassischer Fall von Selbstzerstörung durch Dauerstress.

4. Zähne sind einzigartig wie Fingerabdrücke

Kein Mensch hat das gleiche Zahnprofil wie ein anderer. Die forensische Zahnmedizin nutzt diese Tatsache, um anhand von Zahnabdrücken Identitäten festzustellen. Selbst eineiige Zwillinge haben unterschiedliche Zahnstrukturen – ein individuelles Erkennungsmerkmal, das ein Leben lang bleibt.

5. Die Zahnfee hat viele Gesichter

In Deutschland kommt die Zahnfee, um ausgefallene Milchzähne gegen ein kleines Geschenk zu tauschen. In Spanien übernimmt das eine Maus namens Ratoncito Pérez, in Frankreich ist es „La Petite Souris“. Die Tradition, Milchzähne magisch zu verwerten, gibt es weltweit in den verschiedensten Formen.

6. Früher wurde Urin als Mundwasser genutzt

Die alten Römer schworen auf eine ungewöhnliche Zahnpflege: Sie spülten ihren Mund mit Urin aus. Der Grund? Urin enthält Ammoniak, das eine aufhellende Wirkung auf die Zähne hat. Dass der Geschmack dabei wohl eher nebensächlich war, versteht sich von selbst.

7. Im Mittelalter zogen Barbiere auch Zähne

Ein Besuch beim Barbier war damals eine Rundum-Versorgung: Haare schneiden, Rasur, Zahnextraktion. Die sogenannten „Barbier-Chirurgen“ waren für alle medizinischen Notfälle zuständig – oft mit Werkzeugen, die mehr an Folterinstrumente als an heutige zahnärztliche Geräte erinnerten.

8. Der erste bekannte Zahnarzt lebte vor 5.000 Jahren

Hesire war ein ägyptischer Arzt und gilt als der erste Zahnarzt der Geschichte. Seine Inschriften bezeichnen ihn als „Obersten der Zahnärzte“. Behandlungsberichte aus dieser Zeit zeigen, dass Zahnerkrankungen schon damals ein großes Problem waren.

9. Karies ist die häufigste Krankheit weltweit

Sie betrifft mehr Menschen als Erkältungen oder Grippe. Rund 90 Prozent der Weltbevölkerung haben im Laufe ihres Lebens mindestens einmal Karies. Ein Zeichen dafür, wie wichtig Mundhygiene wirklich ist.

10. Milch kann ausgeschlagene Zähne retten

Ein ausgeschlagener Zahn muss nicht verloren sein. In Milch eingelegt, kann er mehrere Stunden überleben, da die Flüssigkeit die Zahnwurzel schützt. Oft gelingt es Zahnärzten, ihn wieder einzusetzen – ein echtes medizinisches Wunder.

11. Elefanten haben lebenslang Zähne

Während Menschen nur zwei Zahngenerationen haben, bekommen Elefanten bis zu sechs Zahnsätze im Laufe ihres Lebens. Sobald ein Zahn abgenutzt ist, wächst ein neuer nach – ein Vorteil, wenn man täglich bis zu 200 Kilogramm Pflanzen frisst.

12. Zahnbelag ist ein Paradies für Bakterien

Ein einzelner Zahn kann bis zu 100 Millionen Bakterien beherbergen – weit mehr als Menschen auf der Erde leben. Ohne gründliche Reinigung verwandelt sich der Mund in einen Bakterien-Hotspot.

13. Zahnbürsten gibt es seit über 5.000 Jahren

Schon die alten Ägypter und Chinesen nutzten Kaustäbchen aus Holz oder Tierhaaren, um ihre Zähne zu reinigen. Die moderne Zahnbürste mit Nylonborsten wurde erst 1938 erfunden.

14. Der teuerste Zahn der Welt gehörte Isaac Newton

Der Zahn des berühmten Physikers wurde 1816 für 3.600 Dollar verkauft. Heute entspräche das einem Wert von über 50.000 Dollar – für ein einziges Stück Zahn.

15. Fluorid wurde zufällig entdeckt

In den 1930er-Jahren stellten Forscher fest, dass Menschen mit fluoridhaltigem Wasser weniger Karies hatten. Das führte zur systematischen Fluoridierung von Zahnpasta und Trinkwasser.

16. Frauen gehen häufiger zum Zahnarzt als Männer

Studien zeigen, dass Frauen regelmäßiger zur Kontrolle gehen und insgesamt eine bessere Mundhygiene haben. Männer dagegen neigen dazu, Zahnarztbesuche aufzuschieben – oft mit unangenehmen Folgen.

17. Ein Drittel der Zahnbürste bleibt oft ungenutzt

Viele Menschen nutzen nur den mittleren Borstenbereich ihrer Zahnbürste und lassen die äußeren Borsten fast unberührt. Effizientes Putzen sieht anders aus.

18. Das erste Zahnpasta-Rezept enthielt Kreide und Seifenpulver

Frühe Zahnpasten waren weitaus grober als heutige. Sie bestanden oft aus einer Mischung aus Kreide, Asche und Seifenpulver – ein Peeling für die Zähne mit fraglicher Wirksamkeit.

19. Zähneputzen mit Salz war lange verbreitet

Bevor es moderne Zahnpasta gab, griffen viele Menschen zu Haushaltsmitteln wie Salz oder Holzasche. Diese Methoden waren nicht nur günstig, sondern auch überraschend effektiv.

20. Karies kann an Babys weitergegeben werden

Bakterien kennen keine Grenzen – auch nicht zwischen Eltern und Kind. Wer den Schnuller seines Kindes ablutscht oder den Löffel teilt, kann unbemerkt Kariesbakterien übertragen.

21. Manche Menschen haben zusätzliche Zähne

Eine seltene Anomalie namens Hyperdontie führt dazu, dass Menschen mehr Zähne als üblich entwickeln. Einige Betroffene haben bis zu 50 Zähne – manchmal bleiben sie versteckt und werden erst durch Röntgen entdeckt.

22. In Japan gibt es Schönheitswettbewerbe für schiefe Zähne

Während in vielen Ländern makellose Zahnreihen als Schönheitsideal gelten, gibt es in Japan den Trend des „Yaeba“ (übersetzt: „Doppelzahn“). Schiefe oder überlappende Eckzähne gelten dort als besonders attraktiv.

23. Der längste dokumentierte menschliche Zahn war 3,67 cm lang

2019 zog ein Zahnarzt in Indien einen über 3,6 cm langen Zahn – ein offizieller Weltrekord. Normalerweise sind menschliche Zähne nicht länger als 2 cm.

24.Frühe Zahnersatzlösungen enthielten echte Menschenzähne

Vor der Entwicklung moderner Prothesen wurden Zahnersätze häufig aus den Zähnen verstorbener Menschen gefertigt. Nach der Schlacht von Waterloo 1815 wurden Tausende von Zähnen für den Zahnersatz wohlhabender Bürger gesammelt.

25.Der älteste gefundene Zahn ist 9.000 Jahre alt

Archäologen entdeckten in Pakistan einen 9.000 Jahre alten Zahn, der Anzeichen einer frühen zahnmedizinischen Behandlung zeigte. Vermutlich wurde Karies damals mit Feuersteinwerkzeugen behandelt.

26. Holz, Tierknochen und Elfenbein wurden einst als Zahnersatz verwendet

Lange bevor es moderne Prothesen gab, fertigten Menschen Zahnersatz aus Knochen, Holz oder Elfenbein. George Washington soll eine solche Prothese getragen haben – allerdings nicht aus Holz, wie oft behauptet wird.

27. Der älteste bekannte Zahnbohrer ist über 7.500 Jahre alt

In der Indus-Kultur entdeckten Forscher Überreste von Zähnen, die mit primitiven Bohrern aus Feuerstein bearbeitet wurden. Die erstaunliche Präzision lässt vermuten, dass Zahnmedizin damals weiter entwickelt war als bisher angenommen.

28. Zahnschmerzen können sich wie Ohrenschmerzen anfühlen

Die Nerven im Mund sind eng mit den Nerven des Innenohrs verbunden. Deshalb können Zahnschmerzen oft fälschlicherweise als Ohrenschmerzen wahrgenommen werden – ein Phänomen, das viele Zahnärzte in ihrer Praxis beobachten.

29 Karies ist so alt wie die Menschheit – oder älter

Sogar Dinosaurier hatten bereits mit Zahnproblemen zu kämpfen. Wissenschaftler fanden fossile Zähne mit Karieslöchern, die Millionen Jahre alt sind.

30. In den 1800er Jahren gab es Zahnpasta in Tablettenform

Bevor es Tubenzahnpasta gab, wurden Zahnpulver oder gepresste Zahnpasta-Tabletten verwendet. Diese wurden in Wasser aufgelöst oder direkt auf die Zahnbürste gegeben – ein Konzept, das heutzutage mit modernen „Tooth Tabs“ eine Renaissance erlebt.

31. Zahnwurzeln können sich um 360° drehen

In seltenen Fällen kommt es zu einer sogenannten Dens Evaginatus-Malformation, bei der eine Zahnwurzel sich vollständig um ihre eigene Achse drehen kann. Ein Alptraum für jede Wurzelkanalbehandlung!

32.  Der „Zahnwurm“ war Jahrhunderte lang die vermeintliche Ursache von Zahnschmerzen

Im Mittelalter glaubte man, dass Zahnschmerzen durch einen kleinen Wurm verursacht wurden, der im Zahn lebte und sich dort bewegte. Diese Theorie hielt sich erstaunlich lange – bis ins 18. Jahrhundert.

33. Der stärkste Kieferdruck wurde bei einem Menschen mit 442 kg/cm² gemessen

Der Mensch mit dem bislang stärksten dokumentierten Bissdruck konnte eine Belastung von 442 kg pro Quadratzentimeter erzeugen – das entspricht dem Druck eines kräftigen Löwenbisses.